Ihr Lieben,

diese Podcastaufzeichnung war eine ganz besondere Erfahrung für mich. Natürlich war ich vorher sehr aufgeregt – ihr kennt mich. Mit Harald Schmidt als meinen Interviewpartner saß vor mir einer der größten Fernsehlegenden Deutschlands, was meine Aufregung nur noch weiter gesteigert hat. Was viele nicht wissen: Harald Schmidt ist nicht nur ein großartiger Entertainer, sondern auch Schirmherr der Deutschen Stiftung für Depressionshilfe. Und in genau dieser Funktion hat er mich eingeladen, mit ihm darüber zu reden, wie Depression und Arbeit zusammenhängen und wie ich es geschafft habe, mein Strahlen zurückzugewinnen. In diesem persönlichen Brief an euch spreche ich ein Thema an, was mir so sehr am Herzen liegt und möchte euch anhand einiger Zitate aus dem Podcast einen Einblick in meine Geschichte geben. Ich möchte ganz bewusst den Dialog und auch mein Herz öffnen, damit Depression nicht länger ein Tabuthema bleibt.

 

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"Wenn ich mir die Fotos anschaue, die auf Ihrer Webseite sind, dann sind Sie für mich - zumindest in der deutschen Klischeevorstellung - der Inbegriff einer gut aussehenden, glücklichen, vor Lebensfreude trotzenden Schwedin. [...] Das ist eine Frau, die hat das Glück gepachtet."
Harald Schmidt über Sanna Lindström

WOW, so reizende Worte von Harald Schmidt. Heute kann ich dieses Lob dankend annehmen. Aber wisst ihr, selbst in meiner dunkelsten Stunde hätten viele Menschen um mich herum, die mich nur flüchtig kennen, mich immer noch als “lebensfroh” oder “Sonnenschein” beschrieben. Depressionen sind so eine komplexe Krankheit, die wir einem Menschen ganz oft nicht ansehen können. Hinzu kommt, dass viele Erkrankte Angst haben, über ihre Diagnose zu sprechen. Mir hat es tatsächlich sehr geholfen, offen mit meiner Erkrankung umzugehen und mich nicht zu verstecken 💛

"Ich wurde 2014 tatsächlich mit einer sehr schweren Depression diagnostiziert. Jetzt rückblickend betrachtet erkenne ich, dass mir eigentlich die Jahre davor sehr sehr lange schlecht ging. [...] Ich hatte geglaubt, ich muss einfach nur noch härter kämpfen."
Sanna über die ihre Depression

Wie viele Betroffene wirkte auch ich tatsächlich überhaupt nicht wie jemand, der von dieser Krankheit betroffen ist. Doch ich fiel in eine bodenlose Tiefe, in der es keine Emotionen mehr und nichts als Antriebslosigkeit und Tränen gab. Immer wieder habe ich gedacht, ich müsste alles alleine schaffen. Doch was war mit mir los? Eines Tages konnte ich nicht mehr aufstehen, so schwer war die Last. Mein Mann Simon hat mich dann zum Arzt geschickt, dem ging meine Situation verständlicherweise auch sehr nah. Es war ein ganz wichtiger Schritt in Richtung meiner Genesung.

 

"Die Diagnose war ein Schlag ins Gesicht und eine Erleichterung zugleich."
Sanna über ihre Diagnose

Ganz offen gesagt, ist mir der Besuch bei meiner Ärztin nicht leicht gefallen. Ich hatte große Angst, nicht ernst genommen und als “schwach” abgestempelt zu werden. Doch das komplette Gegenteil war der Fall. Meine Ärztin brachte das Thema Depression ins Spiel und sagte damals zu mir: “Ich glaube nicht, dass sie faul sind, sondern schwer krank sind”. Wenn ich diese Zeilen schreibe, kommen mir immer noch die Tränen. Eine schwere Diagnose, aber gleichzeitig eine große Erleichterung. Warum? Mir ist ein unglaublich großer Stein vom Herzen gefallen, dass ich nun wusste, was mit mir die letzten Monate und Jahre los war. Sicher war die Zeit danach mit zahlreichen Gesprächstherapien und auch Medikamenten nicht leicht, aber ich hatte einen Plan: Ich wollte wieder gesund werden.

Wenn du dich in einer ähnlichen Situation befindest wie ich damals, möchte ich dich ermutigen, dir professionelle Hilfe zu suchen. Dafür habe ich dir einige Anlaufstellen aufgelistet, an die du dich wenden kannst:

 

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"Ich habe mir erlaubt, zu heilen."
Sannas wichtigster Schritt auf dem Genesungsweg

Lies dir diesen Satz wenn nötig mehrmals hintereinander durch. Denn dies galt nicht nur für mich in meiner depressiven Phase, sondern auch für dich – ganz egal womit du zu kämpfen hast. Ich habe diesen Zuspruch damals von meiner Familie und meinen Freunden bekommen, sie waren mir eine riesige Unterstützung. Mir hat es so sehr geholfen, mir immer wieder bewusst zu machen, dass ich krank sein darf. Für mich war der logische Schluss, dass ich aber auch heilen möchte. Heilung wiederum ist ein Prozess. Mein Leben war so dunkel, ich konnte ich einfach ein Licht anknipsen und alles war vorbei. Ich musste akzeptieren, dass es Höhen und Tiefen gibt, ich mich mal stark und dann wieder ganz schwach fühle.

Ich habe erlebt, dass über das Thema Depression so wenig gesprochen wird und habe mich dafür entschieden, dieses Schweigen zu brechen und vor allem in meinem Umfeld darüber zu sprechen. Durch die Gründung meines Unternehmens und zahlreiche Fernsehauftritten hatte ich die Möglichkeit, auch in der Öffentlichkeit auf die Krankheit aufmerksam zu machen. So war es für mich selbstverständlich, dass nach wie vor 10% der Erlöse meines Buches “Die Brautflüsterin” an die Deutsche Depressionshilfe gespendet werden. Daher war der Podcast mit Harald Schmidt ein echtes Herzensanliegen und eine weitere tolle Möglichkeit, Menschen zu ermutigen, offen mit ihren Depressionen umzugehen, sich professionelle Hilfe zu holen und wieder ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

"Nach zwei Jahren schwerer Krankheit habe ich ein Licht gesehen und danach gegriffen."
Sanna über die Gründung des Brautmodenlabels Sanna Lindström

Nach dem Abbruch meines Medizinstudiums in Schweden und dem Umzug nach Deutschland hatte mir eine Perspektive gefehlt. Wie geht es für mich weiter? Ende 2016 nach zwei Jahren schwerer Krankheit, habe ich es durch die Idee der Unternehmensgründung von Sanna Lindström dann endlich gesehen: das Licht am Ende des Tunnels. Ich bin aufgestanden und hingerannt, habe alles dafür getan, dass es noch heller wird. Es war wieder Platz für etwas Neues und ich habe gemerkt, was für eine Energie mir die Planung meines eigenen Brautmodenlabels gegeben hat. Heute geht es mir sehr, sehr gut – ich bin zum Glück rausgekommen, das ist ein großes, vielleicht mein größtes Geschenk. Mittlerweile bin ich mit meinem Unternehmen, meinem Mann und unseren zwei wunderbaren Kindern in einer völlig neuen Lebensphase, die ich in vollen Zügen genieße.

"Bitte, bitte behalten Sie diesen ganz sanften, schwedischen Akzent bei, finde ich großartig. Ich könnte mir vorstellen, dass viele sagen ich geh mal ins Geschäft, ich will gar nicht heiraten, aber ich höre die so gerne reden."
Harald Schmidt über Sannas schwedischen Akzent

Zum Abschluss des Podcasts habe ich sooo ein schönes Kompliment von Harald Schmidt bekommen – ganz egal, wie lange ich in Deutschland lebe, ein Hauch von Schweden werde ich immer auf der Zunge und in meinem Herzen tragen und an euch mit großer Freude und Leidenschaft weitergeben. 💛🌸

 

Fühlt euch ganz fest gedrückt,

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